Christlich orthodoxe Eritreer

Gäste in unserer Pfarrgemeinde

Die Eritreisch-Orthodoxe Raphael Gemeinschaft in St. Mauritius

In der eritreisch-orthodoxen Raphael Gemeinschaft unter Leitung von Diakon Merese Mehari Abraha und einem jährlich wechselnden 5-köpfigen Leitungsteam treffen sich ca. 40 Mitglieder aus Hildesheim, Bodenburg, Bad Salzdetfurth, Bockenem, Lamspringe, Freden und Nordstemmen im sonntäglichen Wechsel zwischen Hildesheim in unserer Hl.-Geist-Kapelle von St. Mauritius (Beginn 12.30 Uhr) und Hannover zum 2-3 stündigen Gottesdienst, der in den Grundstrukturen der Liturgie denen der römisch-katholischen Wortgottesdienste ähnlich ist: es wechseln sich Schriftlesungen, Gesang (mit Trommelunterstützung) und Gebet in der Landessprache Tigrinya ab. Hierzu tragen die Teilnehmer grundsätzlich weiße Kleidung.
Ein ca. 15-köpfiger Chor trifft sich samstags zuvor zur Chorprobe ebenfalls in der Hl.-Geist-Kapelle. Zu besonderen Anlässen, wie Trauungen, Trauerfeiern oder Taufen reisen auch andere Gruppen an. Gewöhnlich enden die Gottesdienste mit einem gemeinsamen Essen.
Zum Raphaelsfest, 02.09.2017, einem der Höhepunkte in ihrem liturgischen Jahreskreis neben Weihnachten, Ostern und Pfingsten, kamen eritreisch-orthodoxe Priester, Geistliche und Chorgruppen aus Darmstadt, Frankfurt, Göttingen, Hannover, Braunschweig, Köln und Amsterdam auf den Moritzberg. In der feierlichen Liturgie, die um 22.30 Uhr in St. Mauritius begann, wurden gegen 04.00 Uhr morgens 2 Ehepaare getraut und gegen 06.00 Uhr ein Täufling getauft. Mit mehreren Trommelgruppen und Chören fanden die Feierlichkeiten ihren „weltlichen“ Abschluss mit ca. 230 Gästen im Hildesheimer Zentrum der Jesiden, Cheruskerring statt.
(Helmut Rother, St. Mauritius)


Die Eritreisch-Orthodoxe Tewahedo-Kirche ist eine christliche altorientalische Kirche in Eritrea. Die Kirche, die sich – auf historischen Beziehungen zur Koptischen Kirche aufbauend – infolge der Selbständigkeit Eritreas 1993 von der Äthiopisch-Orthodoxen Kirche abspaltete, hat zwei Millionen Mitglieder in Eritrea. Sie ist erst seit 1998 eine autokephale Patriarchatskirche, und seitdem jurisdiktionell völlig eigenständig und unabhängig von ihrer Mutterkirche, der Äthiopisch-Orthodoxen Kirche, von der sie in Liturgie und Lehre aber nahezu ununterscheidbar ist.
Die Eritreisch-Orthodoxe Kirche nennt sich selbst „Eritreisch-Orthodoxe Tewahedo Kirche“, womit sie die Einheit der göttlichen und menschlichen Natur in der Person Jesu Christi besonders hervorhebt („Tewahedo“ bedeutet „Einheit“)
In Eritrea gehören ca. 45 % der Einwohner der Eritreisch-Orthodoxen Kirche an, genauso viele bekennen sich zum Sunnitischen Islam. Die Eritreisch-Orthodoxe Kirche hat unter zum Teil schweren Restriktionen von staatlicher Seite zu leiden. In Deutschland leben ca. 35.000 Gläubige der eritreischen Orthodoxen Kirche. Die Kirche ist für die Flüchtlinge aus Eritrea eine zweite Heimat.
(Susanne Fricke, Pfarrgemeinde Maria Königin des Friedens, Göttingen)